Konzept

Die Idee des Gymnasiums

Nachhaltiges Lernen entsteht nicht durch stundenlanges, gleichzeitiges Zuhören im klassischen Schulzimmer. Die Neue Stadtschule gestaltet Bildung deshalb neu.

Unser zentraler Lernort ist eine offene, inspirierende Lernlandschaft mit vielfältigen Arbeitsplätzen: der CoLearning-Space. Hier wird konzentriert alleine gearbeitet, im 1:1-Austausch mit der Lehrperson individuelle Fragen geklärt und vertieft oder in Lerngruppen gemeinsam gedacht und diskutiert.

Anstelle eines starren Stundenplans gestalten unsere Lernpartnerinnen und Lernpartner ihre Lernzeit gemeinsam mit ihrem Coach. Sie planen ihre Woche entlang ihrer Stärken, Herausforderungen und Ziele. Jedes Fach erhält so viel Zeit, wie es individuell braucht. Prüfungen werden dann geschrieben, wenn die inhaltliche Sicherheit erreicht ist.

Im Zentrum steht personalisiertes Lernen in klarer Struktur: individuelle Lernziele, enge Begleitung durch Coaches, gezielte Fachunterstützung, moderne Technologien und die bewusste Reflexion des eigenen Lernprozesses.

Begleitetes und selbständiges Lernen

Für viele Jugendliche ist das selbstständige Lernen ein spannender, aber zunächst ungewohnter Schritt. Gerade zu Beginn braucht es deshalb Orientierung, Struktur und eine verlässliche Begleitung.

Das persönliche Coaching bildet deshalb einen zentralen Pfeiler unserer Ausbildung. Jede Lernpartnerin und jeder Lernpartner wird von einem festen Coach individuell begleitet. In einem wöchentlichen, 20-minütigen Gespräch wird der aktuelle Lernstand besprochen, die Wochenplanung überprüft und bei organisatorischen Herausforderungen unterstützt. Dabei steht stets auch das persönliche Wohlbefinden im Fokus.

Das Konzept richtet sich konsequent auf das Ziel der Maturität aus und berücksichtigt zugleich individuelle Unterschiede. Wer in einem Fach mehr Unterstützung benötigt, erhält sie gezielt. Wer sicher unterwegs ist, arbeitet vertiefend oder in höherem Tempo. Lernen wird dadurch weder beliebig noch zufällig, sondern bewusst gestaltet und persönlich getragen. Die Lernziele werden gemeinsam definiert, reflektiert und bei Bedarf angepasst. Klare Strukturen und transparente Planung geben Sicherheit, während gleichzeitig Selbstständigkeit aufgebaut wird.

Mithilfe verbindlicher Planungssysteme und regelmässiger Standortbestimmungen stellen unsere Coaches sicher, dass die individuelle Zeitplanung bis zur Matura realistisch bleibt und die wöchentlichen Lernziele konsequent verfolgt werden.

So verbinden wir schrittweises eigenverantwortliches Lernen mit verlässlicher Begleitung. Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen bis zum Maturaabschluss zunehmend selbstständig planen und arbeiten können und dadurch optimal auf die Anforderungen eines Studiums vorbereitet sind.

Im Coaching werden die Lernfortschritte wöchentlich kontrolliert.

Die Jugendlichen geniessen viel Freiheit in ihrer Tagesplanung und sind für das Erreichen der Tagesziele selber verantwortlich. Dennoch bewegen sie sich stets in einem Rahmen, der mit dem Coach besprochen wird. Ein Schultag geht von 8:30 bis 16:30 Uhr. Mit Ausnahme der gemeinsamen Mittagspause (12:00 bis 13:00 Uhr) ist die Einteilung der Pausen den Lernpartnerinnen und Lernpartnern selbst überlassen, bei Bedarf hilft der Coach dabei. Im Coaching wird ausserdem gemeinsam geplant, welche Lernziele in der Woche erreicht werden sollen, im nächsten Coaching kann der Coach bereits feststellen, ob alle Ziele erreicht wurden oder ob es noch Rückstände gibt. Durch verpflichtende Tests kann der Coach die Einhaltung der Planung verbindlicher machen.

Zukunftsorientiertes Lernen

Wissen - Fragen - Feedback

Eine Welt im Wandel verlangt nach einer Schule, die mehr vermittelt als Fachwissen. Neben soliden Grundlagen brauchen Jugendliche heute Selbstständigkeit, Reflexionsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen, einschliesslich Künstlicher Intelligenz.

Die Gymnasien Neue Stadtschulen verbinden deshalb fachliche Qualität mit einem klar strukturierten, personalisierten Lernmodell. Lernen verläuft in drei aufeinander aufbauenden Schritten:

Wissen

Die Lernpartnerinnen und Lernpartner erarbeiten sich neue Inhalte eigenständig anhand sorgfältig aufbereiteter Materialien wie Skripte, Videos, Aufgabenstellungen oder digitalen Lernformaten. Der 1:1 Austausch mit der Lehrperson spielt im Lernprozess eine zentrale Rolle. Moderne Technologien und KI-gestützte Werkzeuge können dabei unterstützend eingesetzt werden, nicht als Ersatz für Denken, sondern als Instrument zur Vertiefung und Strukturierung.

Während dieser Phase stehen ausgebildete Gymnasiallehrpersonen für fachliche Begleitung zur Verfügung. Selbstständigkeit entsteht so in einem klar begleiteten Rahmen.

Fragen und Inputs

In der Fachbegleitung werden individuelle Fragen geklärt, Zusammenhänge vertieft und Transferleistungen erarbeitet. Zusätzlich finden gezielte Inputs statt, insbesondere in den Sprachen oder bei komplexeren Themenfeldern.

So kann etwa eine gemeinsame Buchbesprechung erfolgen, ein vertiefender Grammatikinput in Französisch stattfinden oder ein anspruchsvoller Sachverhalt strukturiert erläutert werden. Die Inputs bauen auf der vorgängigen Vorbereitung auf und dienen der Klärung, Präzisierung und Vertiefung.

Feedback

Um den Lernenden die Gewissheit zu geben, dass sie die Ziele erreicht haben, absolvieren sie dazu ein Feedback. Ist das Ziel erreicht, folgt die nächste Sequenz, andernfalls erfolgt eine Repetition mit anschliessender mündlicher Besprechung mit der Lernbegleiterin oder dem Lernbegleiter.

Zeit- und ortsunabhängiges Lernen

Die individuellen Lernwege bringen es mit sich, dass auch die Dauer der Ausbildung an den Gymnasien der Neuen Stadtschulen flexibel und angepasst werden kann.

Das individuelle Lernen ohne Klassenverband ermöglicht es, von der an kantonalen Mittelschulen fix definierten Maturitätsdauer von 4 Jahren nach unten oder oben abweichen zu können. Gerade sehr begabte Jugendliche können so in ihrem Tempo arbeiten und müssen sich nicht von einem vorgegebenen Lernplan einbremsen lassen.

Es hat sich gezeigt, dass unser Lernkonzept für Hochbegabte, Sportlerinnen und Sportler sowie Künstlerinnen und Künstler ideal geeignet ist. Diese Form kann für junge Talente, die viel Zeit in Sport oder Musik investieren wollen, eine ideale Lösung sein. So ist es beispielsweise möglich, nur vormittags in die Schule zu kommen, dafür aber die Gesamtdauer zu verlängern. Möglich ist diese Flexibilität dank der Schweizerischen Maturitätskommission, die eine individuelle Vorbereitung auf die Prüfungen zulässt, wodurch die Zeit flexibel gestaltet werden kann.

Zweimal im Jahr werden Maturaprüfungen in allen Fächern angeboten, die abwechslungsweise in Basel, Zürich, Bern oder Pfäffikon stattfinden.

Lernen ist überall und zu jeder Zeit möglich.

Die Neuen Stadtschulen haben sich von Anfang an stark für neue Technologien eingesetzt. Ein eigenes iPad mit Tastatur und Apple Pencil inklusive aller benötigten Apps steht allen zur Verfügung.

Alle iPads sind in unserem System eingebunden, was die Inbetriebsetzung und den Unterhalt stark vereinfacht. Zudem können wir so jederzeit auf allen iPads neue Lerntools installieren und haben auch die Möglichkeit, auf iPads zuzugreifen, um gegebenenfalls den Inhalt einzuschränken. Dies entspricht jedoch nicht unserer Kultur, vielmehr setzen wir auf die Eigenverantwortung unserer Jugendlichen, bieten ihnen dabei aber unsere Hilfe an. Im Vordergrund steht also immer ein achtsamer Umgang mit den neuen Medien.

Dank dieser neuen Technologien können wir, wie bereits erwähnt, für jeden einzelnen Lernpartner eine flexible Zeitgestaltung anbieten. Es ermöglicht uns aber auch ein ortsunabhängiges Lernen. So können Talente in Sport oder Musik von überall auf der Welt auf unsere Lernplattform zugreifen oder zum Beispiel live an einer Buchbesprechung in Englisch teilnehmen.

Technologie allein reicht nicht.

Die ganze Technologie ist aber nicht zielführend, solange wir unsere Jugendlichen nicht in Methodenkompetenz ausbilden. Die Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen, zu strukturieren, auszuwerten, wiederzuverwerten, darzustellen, Ergebnisse von Verarbeitungsprozessen richtig zu interpretieren und sie geeignet zu präsentieren, wird von Anfang an gefördert und im Coaching immer wieder aufgegriffen.

Eine gestaltete Umgebung, in der wenig an eine übliche Schule erinnert.

Wenn heute Kreativität, Selbstständigkeit und Sozialkompetenz gefordert werden, braucht es eine Lernumgebung, die genau diese Fähigkeiten ermöglicht.

Unsere räumliche Gestaltung ist deshalb kein Zufall, sondern Teil des pädagogischen Konzepts. Der CoLearning-Space schafft unterschiedliche Zonen für Konzentration, Austausch und Zusammenarbeit. Lernpartnerinnen und Lernpartner entscheiden situativ, ob sie alleine vertiefen, im Dialog arbeiten oder sich in einer Lerngruppe gegenseitig unterstützen. So entstehen Verantwortung, Eigeninitiative und soziale Dynamik ganz selbstverständlich im Lernalltag.

Auch die Organisation folgt diesem Gedanken: Nicht die Lehrperson steuert eine Klasse im Gleichschritt, sondern die Jugendlichen übernehmen, begleitet durch ihren Coach, schrittweise Verantwortung für ihre Planung und ihren Fortschritt.

Respektvoller Umgang

Sozialkompetenzen spielen eine zentrale Rolle in unserer Schulkultur.

Obwohl der Einsatz von innovativen Technologien in unserem System stark gefördert wird, ist die Sozialkompetenz der wahrscheinlich wichtigste Baustein und der Schlüssel zum erfolgreichen Lernen. Unsere Kultur basiert auf einem stets respektvollen Begegnen auf Augenhöhe. Dies gilt nicht nur unter den Lernpartnerinnen und Lernpartnern, sondern ist auch immer zwischen den Jugendlichen und Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern zu spüren. Die Schulkultur wird von allen Seiten mitgestaltet, wodurch die Schule immer in Bewegung bleibt.

Wir verfolgen alle das gleiche Ziel - die Matura - und ziehen an einem Strang. Wie im Sport werden die Jugendlichen gecoacht, trainiert und so auf den Wettkampf vorbereitet.

Feedbacks, Milestones und Quartalsprüfungen für mehr Sicherheit

Zur Überprüfung, ob Lernziele wirklich verstanden worden sind, dienen die regelmässigen Feedbacks, die die Lernenden selbstständig online durchführen können.

Ein Feedback ist eine Lernzielkontrolle und gibt eine erste Rückmeldung über das Verständnis des Gelernten. Nach mehreren erfolgreichen Feedbacks absolvieren die Lernenden einen übergeordneten Test, einen sogenannten Milestone. Dieser umfasst mehrere Themenblöcke und wird in Form einer schriftlichen Prüfung absolviert. Wird auch dieser erfolgreich abgeschlossen, kann weitergearbeitet werden. Wurde das Thema noch nicht verstanden, muss der Milestone wiederholt werden. Ein Weiterarbeiten mit Lücken ist so nicht mehr möglich. Aber auch der Notendruck entfällt auf diese Weise.

Am Ende eines Quartals finden zudem Quartalsprüfungen statt, die jeweils den ganzen bisher bearbeiteten Stoff umfassen, das heisst, sie sind individuell auf den aktuellen Lernfortschritt jeder Lernpartnerin und jedes Lernpartners angepasst. Jene entsprechen im Aufbau den Prüfungen der Schweizerischen Maturität und umfassen einen mündlichen und einen schriftlichen Teil.